Post by @hamato@mastodon.social

Sonja Lemke
@sonjalemke @ruhr.social

Waren im Rahmen der Ausschussreise Digitalausschuss in Wien von der deutschen Handelskammer in Österreich zum Essen eingeladen und einer von denen pries als Standortvorteile, dass sich arbeitende Menschen in #Wien Wohnungen leisten können "aber hier gibt es ja auch einen großen öffentlichen Wohnungsbestand, das hat Berlin ja nicht." Worauf ich meinte: "Bald schon." (Kam nicht so gut an)

Sonja Lemke
@sonjalemke @ruhr.social
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Dann fing er was zu erzählen, von wegen in Österreich gibt es ja eine lange Tradition von öffentlichem Wohnungsbau, das ist da ja was ganz anderes als in Deutschland.
Und ich muss sagen ich finde das wirklich faszinierend wie Geschichtsvergessen das ist, weil auch die BRD eine lange Tradition an öffentlichen Wohnungsbau hat, das wurde halt nur Großteils privatisiert. Vonovia etc haben nichts anderes gemacht als diese Bestände aufgekauft und so gut wie nix gebaut.

padeluun ⁂
@padeluun @digitalcourage.social
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@sonjalemke

Die „Neue Heimat“ war einst Europas größter nichtstaatlicher Wohnungskonzern. Sie gehörte den Gewerkschaften und baute bis 1982 über 460.000 Wohnungen. 1973 lebten mehr als 1,5 Millionen Menschen in ihren Wohnungen.

Die Idee: bezahlbarer Wohnraum statt maximaler Profit.

Dann kamen Größenwahn, riskante Geschäfte, Misswirtschaft und persönliche Bereicherung der Vorstände. 1982 flog der Skandal auf. 1986 wurde der Konzern für eine symbolische D-Mark verkauft, der Verkauf kurz darauf rückgängig gemacht. Schließlich wurden die Wohnungsbestände Stück für Stück veräußert. 1998 war die Abwicklung abgeschlossen.

Ein gewaltiges sozialpolitisches Projekt war gescheitert. Und mit ihm ging ein wichtiges Instrument gemeinwirtschaftlicher Wohnungspolitik verloren.

de.wikipedia.org/wiki/Neue_Hei

hamato
@hamato @mastodon.social

@padeluun @sonjalemke Ich habe als Kind ein paar Jahre in der Neuen Heimat gewohnt, und das Umfeld war die absolute Shitshow. Wir sind da so schnell ausgezogen, wie es irgendwie möglich war. Weniger robuste Naturen sind da mental und körperlich traumatisiert worden.

(1/2)

hamato
@hamato @mastodon.social

@padeluun @sonjalemke
Der Gedanke hinter der Neuen Heimat mag wirklich ehrenvoll sein, aber das ist kein menschenwürdiges Wohnen. Die Menschen dort verhalten sich nicht so, weil sie schlecht oder boshaft sind, sondern weil sie meinen, es wäre notwendig in dieser Umgebung. Ich verstehe das. Ich war da.

Wir brauchen sozialen Wohnungsbau, und wir brauchen ihn dringend. Aber genauso dringend brauchen wir einen Dialog darüber, wie wir diese Wohnbereiche gestalten wollen.

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SozialFair ⚖ 🤔🧐
@sozialfair @troet.cafe

@hamato @padeluun @sonjalemke
u.a Österreich hat gute Beispiele: keine Ghettobildung, gemischtes wohnen unterschiedlicher sozialer "Schichten" und Kulturen.

101
@1101011_1100001 @mastodon.social

@hamato @padeluun @sonjalemke ich bin im Plattenbau aufgewachsen.
Und daran war nichts schlecht. Dort, wo die in den 70 gern und 80 gern geplanten Wohngebiete noch so stehen, wie mal geschaffen - also mit viel Bäumen und Spielplätzen - und dort wo auch die zugehörige Nahversorgung und ÖPNV und alles noch im Ansatz vorhanden ist, dort sieht es für mich von aussen jedenfalls immer noch nach gutem Wohnen aus.

Der Verfall kommt, wenn die dort Wohnenden das Ganze nicht als "ihres" verstehen 1/2

101
@1101011_1100001 @mastodon.social

@hamato @padeluun @sonjalemke 2/2

Daher sind Bemühungen um Miteinander statt Nebeneinander und / oder genossenschaftliche r Wohnungsbau etc sicher wichtig und richtig

GeoRg
@MrGR @mastodon.social

@hamato @padeluun @sonjalemke Dieses Beispiel zeigt, dass „sozialer Wohnungsbau“ nicht unbedingt menschenwürdig sein muss. Ich erinnere mich noch an die einfachen Sozialwohnungen der 70ger und 80iger Jahre, in denen heute niemand mehr wohnen möchte. Sie wurden teilweise nur sehr mangelhaft gepflegt geschweige modernisiert. Nun sollen ja wieder die Wohnstandarts gesenkt werden, damit Bauen „billiger“ wird, und angeblich „günstigere“ Mieten erreicht werden. Fragt sich, wer dort wohnen möchte.