Post by @juliabarthel@mastodon.social
Es ist natürlich nicht alles für alle schlecht – das ist aus meiner Sicht so fies beim Thema digitale Barrierefreiheit. Wenn man aber mal drauf achtet, wird klar, wie viele Kleinigkeiten auf Webseiten halt doch ein Problem sein können. Während wir darüber diskutiert haben, wie schlimm zu geringer Farbkontrast wirklich ist, konnte mein Kollege mich nicht anrufen, weil er das Symbol nicht gesehen hat. Das Grau ging unter. 🤷♀️
Bayern: https://www.br.de/nachrichten/bayern/br-datenanalyse-kaum-eine-webseite-ohne-barrieren,VZMHSVn
Deutschland: https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/digitale-barrierefreiheit-100.html
@juliabarthel Danke für diesen Artikel. Es ist wichtig, dass dieses Thema in die Öffentlichkeit kommt.
Automatisiertes Testen findet übrigens maximal 50% der Barrieren. Die Lage ist also schlimmer. Was auch in der "WebAIM 1 Million"-Studie seit Jahren fortgeschrieben wird: https://webaim.org/projects/million/
Sehr wenige nehmen das Thema wirklich ernst. Es wird mehr als technische Aufgabe gesehen, was es nicht allein ist. Es betrifft alle Gewerke.
@jensgro Ja, richtig! Wir haben v.a. mit axe-core gearbeitet, die schreiben ja selbst "With axe-core, you can find on average 57% of WCAG issues automatically." Und wenn man das als Marketing bewertet, kann man das als Obergrenze des automatisch Findbaren betrachten. Auch die Bundesstelle BFIT-Bund, die ja manuell testet, kommt ja im EU-Bericht zum Schluss, wie wir schreiben: "Keine einzige Behörden-Webseite und keine App habe die vollständige Barrierefreiheit nach allen Anforderungen erreicht."
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@jensgro Der ganze Bericht ist auch ganz interessant, falls noch nicht bekannt: https://www.bfit-bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Eu-Berichte/eu-bericht-pdf-24.pdf?__blob=publicationFile&v=3
@juliabarthel gelesen habe ich ihn noch nicht. Aber ich nutze deren Seite gerne als Anlaufstelle für Tipps zur technischen Umsetzung. Ich weiss ja, dass die Realität in Sachen Barrierefreiehti nicht gut ist. Das sehe ich seit 27 Jahren ohne Studie. Leider.
@jensgro@mastodon.social @juliabarthel
Hätten sich Unternehmen und öffentliche Einrichtungen an die seit 1999 geltende BITV und WCAG zu 100% gehalten und von sich aus umgesetzt, hätte es das BFSG nicht gebraucht, mit dem sie jetzt eben "gezwungen" werden sollen.
Gibt es da eine Übersicht, ob sich nach Einführung des Gesetzes die Rate an barrierefreien (-armen) Unternehmens-Websites tatsächlich signifikant erhöht hat?
Oder wird das Thema, zB von Online-Shops noch immer sehr "laissez-faire"/stiefmütterlich behandelt?
@fasnix Ich kenne nur https://barrierenwatch.de/ , das kein einziges erfolgreiches Audit ausweist. Der Fokus scheint mir hier aber auch eher auf öffentlichen Seiten zu sein.
Es ist ja nicht so, dass es nicht genügend Wissen gäb, die Projektmanager und Manager hat es nur selten bis nie interessiert. Und ob die aktuelle Situation nicht auch zahnlos ist, muss sich noch erweisen.
@fasnix @jensgro Die durchschnittliche Qualität ist im Zuge des EAA gestiegen, aber auf niedrigem Niveau. Das jetzt nicht durchgesetzt wird hilft nicht.
Öffentliche Stellen sind leider grundsätzlich weit weg, weil da ja nichtmal wirklich Konsequenzen vorgesehen sind.
Das nachträgliche Zugänglich machen ist als Konzept einfach gescheitert, das Budget nehmen Unternehmen und Verwaltung nur in die Hand, wenn Strafen winken.
@juliabarthel Und dieser Befund ist umso schlimmer, als es sich ja um keine neue Anforderung handelt. Für Behörden und ÖRR gilt das schon seit Anfang des Jahrtausends (oder war es 1999?). Aber da es bei uns nie wirkliche Konsequenzen gab, hat sich niemand drum geschert.