Post by @LinqLover@norden.social
Ich hab mal ne Frage. Wenn die besten Erwartungen an KI wahr werden und sie uns wirklich einfach das nervige Monkeywork abnimmt und wir Raum für die komplizierten Aufgaben bekommen... Machen wir dann nicht den ganzen Tag komplizierte Aufgaben und brennen aus?
Wir machen jetzt schon mehr Arbeit pro Arbeit. Das menschliche Gehirn muss sich doch auch erholen irgendwann.
@afelia Ich glaub, die klassische Utopieerzählung war, dass wir dann alle nur noch zwei Tage pro Woche arbeiten müssen. Aber halt Utopie.
Ich sehe aber noch ein ganz anderes Problem: welche Arbeit nervig und welche erwünscht ist, ist für jeden Menschen verschieden. Für einen Redakteur etwa wären Stockbilder oder die Programmierung der Webseite vielleicht Monkeywork. Der Fotograf wird das aber anders sehen und für mich ist Programmierung ebenfalls ein Handwerk, das ich selber betreiben möchte.
@afelia Die Vorstellung, dass ich dieses Hobby vielleicht später mal hauptberuflich machen und damit mein Geld verdienen kann, anstatt KI-Outputs reviewen zu müssen, löst sich dieser Tage bei mir auf höchst nihilistisch stimmende Weise langsam in Luft auf.
Die Liste lässt sich vermutlich endlos fortsetzen. Es wird sicherlich auch Leute geben, die Befriedigung und Erfüllung in der Beratung von Menschen oder in Finanzplanung finden, was für mich wiederum beides lästige Dinge wären, …
@afelia … die ich eher automatisieren würde. Dazu kommt, dass schlicht nicht jeder Mensch eine besondere kreative Begabung oder ähnliches hat.
Aber was ist die linke Antwort auf diese Herausforderung, ohne jeden Fortschritt zu verdammen? Ich wüsste sie gern. Ich denke, wir brauchen eine Debatte darüber, welche Aufgaben allgemein als monkey work anerkannt sind und welche Quell menschlicher Begeisterung. Und mehr Sensibilisierung dafür, an welchen Stellen letztere bereits heute bedroht wird.
