Post by @afelia@chaos.social
Ich hab mal ne Frage. Wenn die besten Erwartungen an KI wahr werden und sie uns wirklich einfach das nervige Monkeywork abnimmt und wir Raum für die komplizierten Aufgaben bekommen... Machen wir dann nicht den ganzen Tag komplizierte Aufgaben und brennen aus?
Wir machen jetzt schon mehr Arbeit pro Arbeit. Das menschliche Gehirn muss sich doch auch erholen irgendwann.
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@afelia Das beobachten wir zum Beispiel in der IT sehr deutlich. Nach einer massiven Arbeitsverdichtung durch Home Office und kalenderbasiertes Arbeiten (seit Corona) ist dies aktuell eine weitere signifikante Verdichtung. Und neulich war eine Meldung, dass tatsächlich in der Finanzbranche (!) zusätzliche freie Tage gefordert werden, weil die KI die ganzen Standardarbeiten erledigt und für die Menschen nur das komplizierte übrig bleibt. 1/3
@afelia 3/3 Und ebenfalls in der IT eine weitere krasse Verdichtung durch die aktuelle Flut von Sicherheitslücken, die von LLMs gefunden werden. Das trifft nicht nur die großen Anbieter (im letzten iOS Update zum Beispiel waren 163 (!) CVEs genannt), sondern auch viele kleine und mittlere, weil die mit der Flut von Updates der verbauten Komponenten kaum hinterher kommen.
@ujay68 OT: ich kannte den Ausdruck "kalenderbasiertes Arbeiten" nicht. Ich habe ihn nachgeschlagen und finde den Sachverhalt unschön.
@LappenjammerDieZweite Weiß nicht, ob es ein offizieller Ausdruck ist bzw. ob alle das gleiche darunter verstehen. Es hat sich den vielen Stellen durchgesetzt, dass der Arbeitstag mit geplanten Besprechungsterminen durchgetaktet ist, einer am anderen. Im Gegensatz zu früher, wo es öfter auch spontane Meetings gab. Das ist jetzt nicht grundsätzlich schlecht, z. B. weil es ungeplante Unterbrechungen reduziert, die einen aus der Konzentration bringen. Aber es verdichtet eben.
@ujay68 Das kenne ich auch, allerdings nur von Leuten, die glauben, dass Anwesenheit im Meetings irgendwelcher Arbeit gleichkommt. In zehn Prozent der Zeit vielleicht, den Test sitzen nur Leute mit immer mehr anderen Leuten zusammen, statt zu arbeiten.
Ich dachte, Du sprichst von etwas wie dem hier: https://ones.com/de/blog/calendar-project-management-workflow-steps-task-scheduling/
@afelia jep, da kann man jetzt auch schon rein laufen, wenn man an mehren Sachen gleichzeitig arbeitet
@afelia Also nach meiner Erfahrung ist das mit dem Burnout nicht so weit weg. Man wartet die ganze Zeit auf irgendwelche Agents, fängt dann an mehr zu Multitasken als gut ist und ist irgendwann durch.
@343max @afelia Wenn du mit Agents multitaskst, wie geht das überhaupt? Wenn ich nicht "yolo" machen will, muss ich doch immer drauf schauen, ob gerade eine Aktion freizugeben ist, diese verstehen, und dann reagieren. Das ist bei einem oft schon anstrengend, nur auf sehr verschiedene Art als wenn ich selbst arbeite.
@343max Dann hast du Glück gehabt. Bei mir kommt es immer mal vor, dass Aktionen versucht werden, die nicht sinnvoll sind. Und Sicherheit ist ja auch ein Thema.
@afelia "KI"-Booster sind eben meistens Leute, die nie komplizierte Aufgaben erledigen. Die wissen gar nicht, wie sich das anfühlt
@afelia ach, die Befreiung des Menschen von der Arbeit - die Geschichte wird (mindestens) seit der Dampfmaschine erzählt.
Hm, jetzt wo ich da grade drüber nachdenke: hat das eigentlich mal jemand Friedrich erzählt dass der technologische Fortschrift eigentlich fürs weniger arbeiten gedacht ist?
@afelia Wer entscheidet denn dann was unter "Monkeywork" fällt? Der Chef, der nie in der Postabteilung gearbeitet hat oder die Person, die im Vorzimmer sitzt und den Kaffee für die Gäste kocht?
@afelia das ist doch kein Problem, falls die Menschen dann doch mal wegen einem schlechtem Arbeitsumfeld Streiken würden kann die KI doch munter weiterarbeiten und die Sachen zumindest schlecht lösen? Damit haben dann Gewerkschaften auch gleich mehr Freizeit :)
@afelia fallen da nicht gleich drei probleme zusammen? also ersteinmal die beobachtung, daß es eine tendenz zu mehr und anspruchsvollerer arbeit gibt - tendenzieller fall der profitrate, erosion erkämpfter rechte, der klassenaspekt: wo frißt der arbeitsmarkt die meisten leute (also daß an niedriglöhner oft höhere anforderungen als an angestellte gestellt werden, von diesen aber mehr selbstausbeutung erwartet wird) und das werden m.w. insgesamt nachweislich mehr
@afelia dann dieses merkwürdige problem, daß die produktivität steigt, aber der wohlstand irgendwie nicht bei den diesen verursachenden ankommt *rauschebartsymbol*, was also "nur" heißt, daß wir eine art selbstwiderspruch der wirtschaftsweise näher kommen und solche sachen erst der anfang vom ende sind
@afelia und drittens dieses menschen für die aufgabe zurichten und nach nützlichkeit bewerten
aber du würdest nie eine harmlos wirkende frage stellen, um darauf hinzuweisen, daß leider auf viel zu kurze sicht kein weg an als "radikal" geltenden grundsatzfragen vorbei führt. oder? oder?
@afelia Ein Problem könnte auch werden, dass die Menschen die komplizierten Aufgaben irgendwann nicht mehr lösen können, wenn das "Training" durch die einfachen Aufgaben fehlt.
@azulasa @afelia
Ich denke auch, der menschliche Verstand braucht häppchenweise Informationen mit leicht ansteigender Komplexität, kontinuierlich, aber mit längeren Pausen dazwischen, was aufeinander basierende Erfahrungswerte generiert, die ohne ihre jeweilige Vorgeschichte so nicht möglich wären.
Oder kurz gesagt, man muss erst laufen lernen bevor man rennen kann
Dafür gibts Expert:innen, nicht alle müssen überall selber welche werden.
Und ob man überhaupt die Zeit zum Ausruhen bekommt, ist ja in beiden Fällen nicht gesagt.
@afelia ich glaube da sind wir schon lange drüber hinweg. Ich bin nur noch Dompteur. KI löst auch schwierige Probleme mittlerweile zuverlässig. Bei der Fehleranalyse würde ich sagen sogar besser als Menschen.
@afelia ja. Merke jetzt schon um mich herum "Entscheidungs-Fatique". Die Ausfuehrung übernimmt KI aber man muss ständig entscheiden ob gute Antwort /schlechte Antwort usw.
@afelia ich denke wenn wir der Vision der Tech Milliardäre folgt, können wir einfach zu soylent green verarbeiret werden nachdem die AGI fertig ist.
@afelia aus meiner Sicht ist KI nur dafür gemacht um sowohl menschliche Arbeit als auch menschliche Interaktion zu entwerten. Wozu noch miteinander reden wenn man doch einen angeblich allwissenden Chatbot hat? Isolation ist Teil des kapitalistischen Endgames.
@afelia Sehr guter Punkt. Abwechslung ist wichtig, weder nur dröge noch nur hochkomplexe Aufgaben sind ein guter Dauerzustand aus meiner Warte.
Das würde schon rechnerisch nur aufgehen, wenn die durch KI gewonnene Produktivität sich im Wallet der Angestellten manifestiert. Es wird ja dadurch am Ende weniger Arbeit, wenn auch anspruchsvollere (was die Inhaber ja auch noch in Abrede stellen), die in weniger Zeit bewerkstelligt werden soll - für entsprechend weniger Geld.
Wir werden also nicht nur ausbrennen, sondern auch ärmer werden.
@afelia The robots and AI quantum algorithms we are currently developing are intended to serve humanity, which will undoubtedly make life easier for people. Naturally, this also means that some individuals will lose their jobs.
Wenn einer jetzt Monkeywork und komplizierte Aufgaben erledigt, das Monkeywork wegfällt, bleiben nur die komplizierten Aufgaben, die er zuvor auch erledigte. Warum sollte es plötzlich mehr davon geben?
@chrisp65_3 @afelia
Weil er mehr Zeit hat, kann er die komplizierten Sachen des früheren Kollegen (eingespart) mit erledigen.
@afelia Ich glaub, die klassische Utopieerzählung war, dass wir dann alle nur noch zwei Tage pro Woche arbeiten müssen. Aber halt Utopie.
Ich sehe aber noch ein ganz anderes Problem: welche Arbeit nervig und welche erwünscht ist, ist für jeden Menschen verschieden. Für einen Redakteur etwa wären Stockbilder oder die Programmierung der Webseite vielleicht Monkeywork. Der Fotograf wird das aber anders sehen und für mich ist Programmierung ebenfalls ein Handwerk, das ich selber betreiben möchte.
@afelia Die Vorstellung, dass ich dieses Hobby vielleicht später mal hauptberuflich machen und damit mein Geld verdienen kann, anstatt KI-Outputs reviewen zu müssen, löst sich dieser Tage bei mir auf höchst nihilistisch stimmende Weise langsam in Luft auf.
Die Liste lässt sich vermutlich endlos fortsetzen. Es wird sicherlich auch Leute geben, die Befriedigung und Erfüllung in der Beratung von Menschen oder in Finanzplanung finden, was für mich wiederum beides lästige Dinge wären, …
@afelia … die ich eher automatisieren würde. Dazu kommt, dass schlicht nicht jeder Mensch eine besondere kreative Begabung oder ähnliches hat.
Aber was ist die linke Antwort auf diese Herausforderung, ohne jeden Fortschritt zu verdammen? Ich wüsste sie gern. Ich denke, wir brauchen eine Debatte darüber, welche Aufgaben allgemein als monkey work anerkannt sind und welche Quell menschlicher Begeisterung. Und mehr Sensibilisierung dafür, an welchen Stellen letztere bereits heute bedroht wird.
@afelia + decision fatigue. weil nur noch die komplexen entscheidungen übrig bleiben, aber dazwischen keine pausen mehr sind...
@afelia Die KI wird viele einfache Arbeiten machen. Dann ist die Frage, was machen wir mit den Menschen. Bedingungsloses Einkommen wird es nicht geben. Wir haben jetzt schon zu wenig einfache Arbeit. Es sind ja nicht nur die einfachen Leute betroffen. Das kann nicht funktionieren.
Aber KI ist auch nicht mehr aufzuhalten. Die Dinge nehmen ihren Lauf
@afelia Es gibt Tage, da liebe ich monkey work. 24 RGB LEDs auf kleine identische Platinen löten? Herrlich entspannend. Und das Durchprüfen erst. Wunderbar.
@afelia Genau das. Ich habe mich die letzten Wochen mal vorurteilsarm reingestürzt und halte das für eine große Gefahr, mit der wir umzugehen lernen müssen. Letzten Endes steht man so kontinuierlich unter Strom. Und wenn irgendwas zu lange dauert, werden halt noch ein paar Agenten gestartet und Mensch ist wieder Bottleneck und muss noch öfter den Kontext wechseln, wenn etwas fertig ist oder zu klären ist. Das ADHS-Paradies und die Burn-Out-Hölle. Das wird noch wild.
Der Boss von #nvidia hat das anders formuliert (sinngemäß): Ziel der Produktivitätssteigerung durch KI sei nicht, dass jeder seine Arbeit in 10 Minuten statt in einer Stunde erledigen könne, um dann die Füße hochzulegen, sondern dass in einer Stunde ein Mehrfaches geschafft werde.
Ja, nä, is klar, Mr. #huang
@afelia Mit oder ohne "KI" - solange Arbeit nicht unmittelbar an einen gesellschaftlichen Zweck gebunden ist, sondern ein paar Übergierige Menschen auf Kosten aller anderen reicher machen soll, wird es für die auf Arbeit angewiesene Bevölkerung nicht besser werden, sondern eher schlimmer. Mit KI dann halt etwas anders schlimm, aber nach wie vor schlimm.
Mich schockiert, wieviel Zeit wir mit oberflächlichen Korrekturen zubringen, während uns die planetaren Grenzen unentwegt anschreien, dass wir von Grund auf anders denken und handeln müssen, wenn wir diesen Planeten weiter benutzen wollen.
Lassen wir den Arbeitslosigkeits-Effekt mal außen vor: ich und vermutlich einige Menschen wären doch froh, wenn sie sich mit den komplizierten Dingen befassen könnten. Ich denke nicht, dass man davon an sich ausbrennt. Es hängt dann eher an Arbeitszeitumfang, Druck etc.
@afelia Hmm ... 1. wenn es von heute auf morgen nur noch Robotaxis gäbe, könnten die arbeitslos werdenden Taxifahrer überhaupt kompliziertere Aufgaben übernehmen? 2. Ziel der KI- & Roboterentwicklung ist es, den Menschen überall zu ersetzen ... welche Aufgaben sollte es dann noch für die Milliarden Menschen geben? 🤔
Werde nie vergessen, wie in einer ZDF Reportage ein KI-Entwickler erklärte, Ziel sei es, den Menschen in all seinen Fähigkeiten zu übertreffen & austauschbar zu machen.
@die_Leo@mastodon.social
Und wenn wir das jetzt dystopisch konsequent weiter denken:
Wozu sollte es dann noch diese Milliarden Menschen geben?
@fasnix @afelia Hmm ... stimmt genau. Die 1% ganz oben können dann die 99% "abschaffen", weil die 99% für nichts mehr benötigt werden.
So lange eine Mehrheit sich noch immer einbildet, die Spezies Homo sapiens könne (als Krone der Schöpfung) per se nicht aussterben, merkt keiner, wohin die Reise schon längst geht. Den Planeten Erde gab es Milliarden Jahre vor uns & wird es auch noch wunderbar nach uns geben. Gibt kein Naturgesetz, daß eine Spezies nie ausstirbt!
@die_Leo@mastodon.social
Allerdings, wenn wir das weiter spinnen:
Sollten irgendwann nur noch diese (heutigen) 1% leben, wozu bräuchten die dann noch diese ganzen Massen an KI-Rechenzentren?
@afelia denke das menschliche Gehirn ist das einzige Organ das nicht abnützt. Ganz im Gegenteil, bei nicht Verwendung wird die weiße Maße kaputt. Deswegen ist der Gebrauch von KI und der vermeintliche Komfortgewinn der Untergang.
@afelia
Ne, weil wir kollektiv durch die Nutzung von KI verblöden, wird die dann als komplizierte Arbeit eingestufte Arbeit rein objektiv einfacher als jetzt, während sie intersubjektiv komplizierter wird.
Das ist der eigentliche Fortschritt durch KI.
@afelia Ich denke, die Annahme ist falsch. KI wird die Denkarbeit machen und wir die körperliche Arbeit. Wir werden nicht gehirnmäßig ausbrennen, aber körperlich.
@afelia Wenn die besten Erwartungen an KI wahr werden und sie uns wirklich einfach auslöscht, sollten wir Sam Altman dann nicht einfach unseren RAM geben?
@ktrinit@social.tchncs.de
Im Idealfall gibt die KI einen kurzen Geschwindigkeitsvorteil, um die Dinge wieder aufzuholen oder neu zu organisieren, die vorher schon schräg waren. Ein kleines Zeitfenster, das sich aber bald wieder schließt. Wir werden immer noch Aufgaben machen, die sich nicht anders lösen oder automatisieren lassen. Ob die "kognitiven Schulden" einen ausbrennen lassen oder die Komplexität, die ja auch zunimmt, bleibt offen.
@afelia Kommt drauf an, wenn man für die komplizierten Fälle dann auch mehr Zeit aufwenden dürfte, dann wäre es okay, aber momentan fühlt sich das wie in der Mühle an, getrieben von Deadlines, verdammt, in noch kürzerer Zeit zu liefern. Softwareentwickler ist zu so einem Kotzberuf geworden für meinen Teil. Und es werden immer mehr Leute abgezogen. Weil macht ja alles die KI - am A... - die werden sich schon noch umgucken, wenn die Experten Seniorprogrammierer erstmal wegrationalisiert sind.
@afelia egal was passiert, es wird immer paar "Human in the Loop" brauchen, Menschen, die den Slop abnicken und bei Problemen oder gar Straftaten vor den Bus gestoßen werden, aber bis dahin eingefleischte und überzeugte KI-Fans sind, das alles total knorke finden.
@afelia Ich bin in einer WfbM. Keine Ahnung wohin das transformiert wird. Aber ich bin da offen, jede noch so verrückt gewordene KI passt zu uns. Wir Schizos halluzinieren seit hunderttausenden von Jahren. 500 Mrd. € und unzählige Terrawattstunden sind es jeden Cent wert, wenn KI besser halluziniert, als wir evolutionär weit entwickelten Psychos. Wenn die Obrigkeit es unbedingt wissen möchte, hier.
@afelia
Jepp, genau das passiert. Habe das heute erst mit Kollegen diskutiert, dass es zur massiven Arbeitsverdichtung kommt. Schon jetzt wird erwartet, dass mehr geschafft wird. Bei Nachfragen, ob man für Aufgaben Hilfe bekommt, wir darauf hingewiesen, man könne es mit AI machen (auch wenn es früher nie in deinem originären Arbeitsbereich war). Somit macht man faktisch sogar mehr Unterarbeiten, die man sonst delegiert hätte und muss im Kopf mit mehr Dingen gleichzeitig jonglieren. Auch der häufigere Kontextwechsel (weil viel mehr parallel gemacht wird) ist anstrengend.
@a_ka_es
@afelia Deep Work und Shallow Work Phasen bedingen sich gegenseitig. Nur noch das eine funktioniert praktisch nie.
Das Gute: Wir sind sehr kreativ, scheinbar notwendige neue seichte Arbeit zu erfinden
@afelia
Ja, genau. Hochkonzentrierte Arbeit kann der Mensch für rund 3 Stunden pro Tag (Ausnahmen gibt's immer). Oftmals nicht am Stück.
Den Rest der Zeit braucht es andere, leichtere Arbeit.
Notiz am Rande:
Der "flow" Zustand ist keine solche hochkonzentrierte Arbeit. Den erreicht man leichter, wenn das Anstrengungsniveau der Aufgabe stimmt.
@afelia reden wir hier über tastsäachliche KI oder über den Quatschkrams, der von Goo.. oder sonstwo als solche bezeichnet wird??
@afelia Da gibt es mehrere "schöne" Begriffe für die Überforderung.
AI Brainfry – das diffuse angestrengte Gefühl der kognitiven Überforderung von all dem Input, der täglich ungefiltert gelesen werden soll durch die Arbeitsverdichtung.
Task Stewardship – Wir kontrollieren statt selbstwirksam Aufgaben zu machen. Das Monkey Work wird jetzt von KI Praktis durchgeführt.
Skill–Atrophy / Deskilling – Stetiger Verlust kognitiver und professioneller Fähigkeiten durch Cognitive Offload.
Also im Grunde ein Rezept für kollektives Burnout, sofern nicht sinnvolle Regeln und Einhalt geboten werden. Am Ende wird praktisch alles "abgenommen", aber wir sollen dann in Abhängigkeit zu den Tech Giganten die menschliche Putzarbeit übernehmen und natürlich für Fehler einstehen...
@afelia Das Problem liegt nicht an der KI sondern bei uns Menschen. Der Einsatz von KI kostet den Unternehmen viel Geld. Das muss durch Effizienzsteigerungen wieder reingeholt werden. Das führt zur beschriebenen Arbeitsverdichtung bei den abhängig Beschäftigten. Sie müssen zudem ja auch die Fehler beseitigen, die die KI produziert. Die Beschäftigen geraten in eine Dauerschleife mit sehr hohem Stresspegel. Ich bin seit vier Jahren in Pension und arbeite zur Zeit, ich habe es mir nicht selber ausgesucht sondern bin darum gebeten worden, an einem Vermögensprojekt mit umfassender Bevollmächtigung. Der Einsatz von KI hat mir bislang sehr geholfen mich in neuen Gebieten zurecht zu finden. Zum Glück habe ich meistens ausreichend Zeit die Aussagen von Beratern und anderen Experten mit den KI generierten Informationen sinnvoll abzugleichen. Ich würde nicht auf die Idee kommen durch KI mich künstlich unter Stress zu setzen. Es ist ein Werkzeug. Mehr nicht. Ich meide US KI. Soweit möglich.
@afelia@chaos.social Es wird sein wie mit allem. Es wird von uns erwartet werden, dass wir in unserem Arbeitstag mehr erledigen.
Es wird schon jetzt erwartet, dass wir mit KI effizienter werden. Ich schreibe technische Gutachten. Ein großer Teil davon ist die Recherche und das spätere Ausformulieren. Bei beidem soll die KI unterstützen. Hier verstecken sich aber seichte und kreative Tätigkeiten, die Spaß und Freude bei der Arbeit bringen.
Wenn ich jetzt nur noch knallhart die KI-Recherche bewerten soll, nur die reinen Fakten in Stichpunkten zusammentrage und mit diesem Ergebnis die KI den Text formulieren lasse, tue ich nichts mehr mit Freude.
Wie bei der Einführung von automatischen Webstühlen oder Computern glauben wir, dass wir die frei gewordenen Zeit für schöne Dinge nutzen können. Aber doch nicht in unserer auf Produktivität und gewinnmaximierten Gesellschaft. Da wird natürlich erwartet, dass ich nicht mehr drei sondern sechs Gutachten am Tag schaffe. Ist ja logisch.
Und meine Vorgesetzten, die das entschieden haben, hopsen von einer Besprechung in den nächsten Workshop und haben zwischendrin noch das eine oder andere Come-Together. Shallow-Work ohne Ende und wir werden ausgepresst wie eine Zitrone.
@afelia anders herum wird ein Schuh draus. Die KI wird alle komplexen Arbeiten übernehmen und tut es in vielen Fällen bereits.
@Lioh @afelia Ich glaube ja, dass das einzige Kriterium für zukunftsfeste Menschenjobs die "Rechenschaft" bzw. "die Verantwortlichkeit" sein wird. Das wird in der Pädagogik/Bildung so sein, aber auch in der Technik. Im der Bildung wird dies ethisch fundiert eine Sollensaufforderung sein und bleiben. In der Technik wird es immer die versatible Personalie bleiben, die einen Betrieb unter allen Umständen gewährleistet.
@afelia auf jeden Fall! „Stupide“ Aufgaben können sehr erfüllend sein, weil einfach klar ist, was gemacht werden und was am Ende herauskommen soll. Man merkt, dass man was geschafft hat.
@afelia
Die Frage ist eher, ob etwas bringt KI die Arbeit zu überlassen. Scheinbar gibt es da einige Probleme:
@PhoebeEule @afelia Watt? Die haben einen Verwalter für Dünger ernannt? Darüber muss ich nachdenken 🤔
@afelia
Wir könnten annehmen, dass damit auch mehr Zeit für Ruhe zu schaffen wäre, nur leider ist das alles wohl nicht in den Zielen der Geldgeber zu finden. ☹️
Dazu habe ich heute einen spannenden Blogtext gelesen, wo es um frühere und heutige Hirnleistung geht:
https://www.buddenbohm-und-soehne.de/2026/11/03/wir-basteln-uns-einen-roman/
@afelia ,na, im Nachsatz sagst du's ja - unser Problem seit Jahren ist ja dass wir ausbrennen, der Kopf raucht wegen zuviel zu donn und overload.
Die #KI nimmt uns nur den allerüberflüssigsten Teil davon weg, die tagelangen Recherchen in verstaubten Archiven, die dreiundzwanzigste Abhandlung zum selben Thema durchlesen zu müssen usw.
Deshalb werden wir nicht unbedingt weniger zu tun haben, der Kopf noch immer rauchen, aber auf einem höheren Level...



🇺🇳🖖
aka t0rt0i53 ⁂
